Renaud García-Fons

Kontrabassist

Der „Paganini des Kontrabass“, Renaud García-Fons, zählt zu den außergewöhnlichsten Musikern der Jazz- und Weltmusikszene. Als einer der virtuosesten Kontrabassisten der Gegenwart übertrifft der Franzose spanischer Herkunft „auf dem Fünfsaiter […] alles, was im Jazz bis dato ‚con arco‘ auf dem Kontrabass möglich schien“, lobte Martin Kunzler bereits in der 2002er Ausgabe des Jazz-Lexikons.

García-Fons verfügt auch in höchsten Lagen über eine perfekte Intonation: Sein Anspruch, im Grunde „auf dem Bass singen” zu wollen, ließ ihn eine beispiellose Virtuosität erlangen und zur Weltspitze aufsteigen. Ein herkömmlicher Kontrabass genügte seinen Ansprüchen hierfür bald nicht mehr: „Schon früh fügte ich eine hohe fünfte Saite hinzu“, erläutert der Ausnahmemusiker, „um den Tonumfang zu vervollständigen. Und zwar, ohne dabei den authentischen Klang zu riskieren.“ Die Beziehung, die Renaud García-Fons zu seinem Instrument pflegt, ist geradezu symbiotisch: „Im Alter von 16 Jahren begann ich mit dem Kontrabass. Es war wie ein Blitzschlag!“, erinnert er sich an seinen ersten Kontakt zum Bass. „Und ab diesem Moment hatte ich sowohl die Absicht, als auch die Lust, diesem Instrument eine solistische Stimme zu geben.“     Seine musikalische Suche ließ ihn mit neuen Klängen experimentieren, zuerst im Jazz beim Ensemble des Trompeters Roger Guérin, dann im Orchestre des Contrebasses von 1987 bis 1993, schließlich im Orchestre National de Jazz unter der Leitung von Claude Barthélémy. Auch die Flamenco-Tradition fasziniert ihn bis heute. 2009 wurde er mit dem Solo Performing Award der International Society of Bassists (USA) ausgezeichnet, im selben Jahr vom Montreal Jazz Festival (Canada) mit einer Carte Blanche geehrt – auf drei Konzerten konnte er sich mit drei Ensembles seiner Wahl vorstellen. 2010 erhielt er den deutschen Echo Jazz-Preis in der Kategorie Bester Internationaler Instrumentalist (Kategorie Kontrabass) für sein Album „La Línea del Sur“. Daneben komponierte er 2011 im Auftrag des Kurt-Weill-Festivals die Musik zu dem legendären Silhouettenfilm „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“ und  arbeitet an einer Bühnenmusik für „Carmen“. Seine Karriere in der internationalen Szene auf den größten Jazzfestivals und seine musikalischen Begegnungen in der Welt bilden den Boden für seine eigenen Kreationen, in denen er mit großer Musikalität die technischen Möglichkeiten des Instruments erweitert und die „unüberwindlichen Grenzen“ der verschiedenartigen Musik überwindet: „Meine Einflüsse erstrecken sich von diversen Richtungen traditioneller Musik bis zur Klassik. Ich habe das tiefe Empfinden, dass es nur eine Musik gibt. Die Musik ist wie ein Diamant und jede ihrer Facetten nur eine andere Brechung des Lichtes in diesem Stein. Zwischen allen Musikkulturen bestehen Brücken.“

Dabei hat sich die Bandbreite der musikalischen Interessen des Bassisten über die Jahre immer wieder verändert und erweitert. Von syrischer Musik über den Flamenco und andalusische Weltmusik nimmt García-Fons Strömungen der verschiedensten Richtungen in sich auf und kehrt dabei doch immer wieder zum Jazz zurück. Bei seinen musikalisch variierenden Aktivitäten setzt  García-Fons auf personelle Konstanz: Über viele Jahre Bestand hat sein festes Trio mit den Percussionisten Pascal Rollando/Negrito Trasante und dem Flamenco-Gitarristen Antonio Ruiz. Auch mit dem Akkordeonisten Jean-Louis Matinier arbeitete er immer wieder zusammen, daneben auch mit illustren Namen, wie Dhafer Youssef, Michel Godard oder Kudsi Erguner. Von Duett bis Tentett reicht die Bandbreite der Formationen, in denen García-Fons unter eigenem Namen aufgenommen hat.

So veröffentlichte er seit 1992 zwölf Alben, zuletzt „Solo - the Marcevol Concert“ (2012) und „Beyond the Double Bass” (2013). Sein Publikum entführt der Bassist dabei jede Mal an neue, unentdeckte Orte – in die einzigartige Welt von Renaud García-Fons: „Ich habe immer daran gearbeitet, Musik ohne Abgrenzungen, oder Grenzen im Stil zu erschaffen, eine Musik,[…] um eine imaginäre Reise zwischen dem endlosen Raum und der Zeit zurückzulegen.“

„Unsere Seelen haben ein Bedürfnis nach Musik.“  

(Renaud García-Fons)

 

"Ein großer Moment musikalischer Leidenschaft und wunderschöner Musik.“ (Francis Couvreux ) 

 

„Das gibt es nicht gar zu oft, dass einem nach wenigen Tönen schon das Herz aufgeht und dieses Gefühl anhält – je länger, je lieber.“ (Jazzthing über "Silk Moon") 

 

„Silk Moon wechselt zwischen lebhaften Allegro und Lento, zwischen Tanz und Summen. Und wir werden von den Emotionen überwältigt.“ (Florent Servia) 

www.renaudgarciafons.com

Photo: Rolf Freiberger, Caroline Porttier

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