Dorantes

Pianist

Ein Revolutionär, ein Genie, ein Virtuose, „ein flüchtiger Handel mit der Göttlichkeit“ (Daniel Blanco): Die Vita des spanischen Pianisten Dorantes gleicht einer Auflistung von Superlativen und beschreibt zudem einen Mann, der den Grenzen seines Instruments und einer ganzen musikalischen Welt mit Innovationsgeist und Leidenschaft begegnet – und sie letztendlich überschreitet:  

 

“Ein unvergessliches Moment musikalischer Glückseligkeit.“  

(Justine Bayod Espoz)

 

Als jüngstes Mitglied einer Familie legendärer Flamencokünstler wurde Dorantes 1969 in Sevilla geboren. Neben dem Flamenco, der ihn von Kindesbeinen an begleitete, prägte ihn sein Klavierstudium am Real Conservatorio Superior de Música in Sevilla, das er bereits in jungen Jahren begann. So begab er sich früh auf die Suche nach einer Synthese zwischen dem traditionellen Flamenco, klassischer und avantgardistischer Musik.

 

Absolute Perfektion in der Technik, Innovation in der Komposition und makellos in der Ausführung – Dorantes hat sich mit seiner Spielweise einen wichtigen Namen in der Welt des Flamencoklaviers gemacht und dabei einen neuen Pfad in der Geschichte des Klaviers beschritten. Sein Stil, wie auch seine Karriere, ist frei, vielseitig und unaufhaltsam. Das erste Album Orobroy (1998) erweiterte den bisherigen Horizont des Flamencos und erntete das Wohlwollen von Publikum und Kritikern gleichermaßen. Das Folgealbum Sur wartete mit einem verstärkt orchestralen Klang auf und zelebrierte gleichzeitig mit Geschwindigkeit und Virtuosität neue Dimensionen des Klavierspiels.

 

Viele erfolgreiche Projekte folgten. 2008 führte das National Orchestra of Tokyo Dorantes‘ Werk Sur Sinfónico auf. 2009 trat er beim USA Flamenco Festival in New York und Washington als erster Künstler am Klavier auf. 2010 lud ihn das Montreal Jazz Festival dazu ein, die Latin-Konzertreihe zu eröffnen. Auch Filmregisseur Carlos Saura bat ihn um eine Zusammenarbeit für seinen letzten Film Flamenco, Flamenco (2010). 2012 wurde Dorantes vom spanischen Kultusministerium zum Patron der Gypsy Culture National Foundation ernannt, eine Ehre, die nur den größten Flamencokünstlern gebührt.

 

Die Kritiker sprechen von Dorantes als Vorreiter einer neuen Richtung des Flamenco – herausfordernd, innovativ, verführerisch, ohne jemals die eigentlichen Wurzeln dieser Musikrichtung zu vergessen. Mit seinem dritten Album Sin Muros! (2012) geht Dorantes noch einen Schritt weiter und eröffnet gemeinsam mit großen Sängern wie Enrique Morente, Carmen Linares oder Esperanza Fernández eine Verbindung der Flamenco-Wurzeln mit zeitgenössischem Jazz. „Sin Muros!“ basiert auf dem Glauben, dass Musik eine überwältigende Kraft hat, Mauern und Vorurteile zu überwinden und Herzen und Gedanken zu öffnen.

 

„Es ist wunderbar, morgens aufzuwachen und zu wissen, dass am Ende des Tages eine großartige, leidenschaftliche, unvergessliche, tiefgehende Performance von Dorantes wartet. Er ist ein Genie. Die Größe dieses Künstlers liegt in seiner Fähigkeit, den Flamenco mit anderen Klängen verbinden zu können. Sein Klavierspiel ist pure Leidenschaft, pure Emotion. Seine Darbietung übersteigt schlicht die Vorstellungskraft.“ (Minerva Parra) 

 

Dass seine Musik ein breites Publikum findet, beweist Dorantes mit zahlreichen Auftritten auf den größten Festivals der Welt, u.a. dem Festa Europea Della Musica, Montreal Jazz Festival, Connexions Festival in Barcelona und dem Brüsseler Jazz Festival. Er hat zahlreiche Preise gewonnen, so etwa im Jahr 2012 den Girandillo-Preis (mit Renaud García-Fons) und 2014 den Joaquín Master of the Order of Performing Arts in Andalusien.

„Es ist wie ein Frühling, der niemals endet. Wir können Dorantes‘ Inspiration spüren, wenn er spielt.“  

(Manuel Rios Ruiz)

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